RAMÉE KATALOG NÄCHSTE VERÖFFENTLICHUNGEN PRESSE LINKS KONTAKT

Portus Felicitatis Portus Felicitatis

Johann Georg Reutter der Jüngere, heute beinahe vollkommen vergessen, war in den 1730er Jahren einer der erfolgreichsten Opernkomponisten Wiens und fast drei Jahrzehnte lang der einflussreichste Komponist von Kirchenmusik in Wien. Er erfreute sich der Wertschätzung Karls VI. und Maria Theresias. Er wurde 1708 als Sohn J. G. Reutters des Ältern geboren, der Hoforganist und Kapellmeister am Stephansdom war. Reutter war Schüler von Antonio Caldara und wurde nach der Rückkehr von einer Italienreise 1731 in Wien zum Hofkomponisten ernannt. 1738 erfolgte die Ernennung zum ersten Kapellmeister an St. Stephan, 1747 zum zweiten Hofkapellmeister und 1769 zum ersten Hofkapellmeister. Seine einflussreiche Position im Wiener Musikleben führten zu Konflikten mit Durazzo und Gluck, die 1761 eskalierten. Reutter war einer der wenigen Komponisten, die für das Pantaleon (Salterio) schrieben. Wie Caldara vor ihm hat Reutter das Pantaleon als Obligato-Instrument in verschiedenen Arien seiner Opern und Oratorien verwendet. Unser Programm präsentiert u.a. vier Arien für obligates Salterio. Mit dieser CD setzt La Gioia Armonica die Arbeit seiner ersten CD für RAMÉE fort, welche originalen Kompositionen für Pantaleon von Antonio Caldara gewidment war (RAM 0405).



Alex Potter  MONIKA MAUCH studierte bei Richard Wistreich in Trossingen und Jill Feldman in Paris. Sie arbeitete mit Ricercar Consort (Philippe Pierlot), mit La Fenice (Jean Tubéry), im Ensemble Ordo Virtutum (Stefan Morent), mit dem Taverner Consort (Andrew Parrott) und mit Red Byrd. Mit Cantus Cölln nahm sie Werke aus dem Altbachischen Archiv und Bachs h-moll Messe auf. Sie sang in Konzerten und Aufnahmen mit La Capella Ducale und Musica Fiata (Roland Wilson), mit Weser-Renaissance (Manfred Cordes) und mit Collegium Vocale Gent (Philippe Herreweghe). Sie arbeitet mit dem von Bruce Dickey und Charles Toet geführten Concerto Palatino zusammen und nahm mit dem Hilliard Ensemble die besonders erfolgreiche CD Morimur auf. Sie ist zu hören mit Ensemble Daedalus (Roberto Festa), dem CordArte Ensemble Köln, dem Ensemble Caprice (Matthias Maute), mit Montréal Baroque, Les Cornets Noirs, dem Ensemble Private Musicke. In letzter Zeit hat Monika Mauch mit dem Lautenisten Nigel North an einigen Konzertprogrammen gearbeitet, die schließlich zu einer ECM New Series Aufnahme des Musical Banquet von Robert Dowland geführt haben.


Alex Potter  STANISLAVA JIRKU studierte Gesang am Konservatorium in Teplice bei Jitka Slavícková und an der Akademie der musischen Künste in Prag bei Ivan Kusnjer. Sie vervollkommnete sich in internationalen Meisterkursen bei Gabriela Benacková (Oper und Oratorium) und Peter Mikulᚠ(Lied). 2000 und 2002 erhielt sie Stipendien für die internationale Sommerakademie Prag-Wien-Budapest in Österreich, wo sie unter Prof. Ralf Döring mehrere Konzerte gab. Seit 2005 ist sie Solistin des National-Theaters in Prag. Dort trat sie u.a. als Goffredo (Rinaldo), Zweite Dame (Zauberflöte), Dorabella (Cosi fan tutte) und Cherubino (Le Nozze di Figaro) auf. Konzerte führten sie nach Spanien, Deutschland, Frankreich, in die Niederlande und nach Großbritannien. 2007 nahm sie einen Liederzyklus des tschechischen Komponisten Miroslav Kubicka auf. Im Mai 2011 sang sie die Ludmila in Smetanas Verkaufter Braut in einem Konzertmitschnitt mit dem BBC Orchestra unter Jirí Belohlávek in London. Ihr Repertoire reicht vom Barock bis zur Gegenwart, von Liedern über Oratorien bis zu Opern.



  Das Ensemble LA GIOIA ARMONICA wurde von der österreichischen Hackbrett-Spielerin Margit Übellacker und dem deutschen Organisten und Sänger Jürgen Banholzer gegründet. Ein Arbeitsschwerpunkt des Ensembles liegt in der Erkundung des barocken Repertoires rund um das Hackbrett, speziell das sagenumwobene Pantaleon. Die Besetzungsstärke des Ensembles ist variabel und reicht vom Duo Hackbrett-Orgel bis zu größeren kammermusikalischen Formationen, in denen Musiker zusammengeführt werden, die sich auf dem Gebiet der Historischen Aufführungspraxis spezialisiert haben und über reiche Erfahrungen aus verschiedenen internationalen Ensembles verfügen. Mit Antonio Caldara: Cantate, Sonate ed Arie legte La Gioia Armonica beim Label Ramée seine erste Einspielung vor. Die CD erhielt mehrere Preise (Pizzicato Supersonic Award, Goldberg 5 Sterne, Prelude Classical Award 2006 für die beste Debut-CD). Seitdem wurde das Ensemble zu Konzerten im In- und Ausland eingeladen, u.a. zu den Händelfestspielen in Halle, zum Bachfestival Dordrecht, zu den Mitteldeutschen Heinrich Schütz Tagen, zum Festival Orgel Plus Bottrop und zum Orgelfestival Fugato Bad Homburg.

Meret Lüthi, Violine
Sabine Stoffer, Violine
Lucile Chionchini, Viola
Felix Knecht,Violoncello
Armin Bereuter, Violone
Margit Übellacker, Hackbrett
Michael Freimuth, Erzlaute, Theorbe
Jürgen Banholzer, Orgel, Leitung


1. Aria Venga l'età vetusta
(from the Festa di camera per musica La magnanimità di Alessandro, 1729)
2. Mottetto de ominibus Sanctis Justorum animae in manu Dei sunt (1732)  
3. Pizzicato  
4. Aria Dura legge a chi t'adora  
(from the Festa teatrale Archidamia, 1727)
5. Allegro  
6. Mottetto de quovis Sancto vel Sancta Hodie in ecclesia sanctorum (1753?)  
7. Mottetto de Sancto Wenceslau Wenceslaum Sanctissimum (1752?)  
8. Aria Del pari infeconda  
(from the Azione sacra La Betulia liberata, 1734)
9. Mottetto de Resurrectione Domini Surrexit Pastor bonus (1748?)  
10. Mottetto de Sanctissima Trinitate Deus Pater paraclytus (1744?)  
11. Aria Soletto al mio caro  
(from the Dramma per musica Alcide trasformato in dio, 1729)