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Antoine DARD, Sonates pour le Basson Antoine Dard, Sonates pour le Basson

Antoine Dard war als erster Fagottist der Académie Royale de Musique in Paris und Grand hautbois de la Chambre et écuries du Roi in Versailles einer von jenen zahlreichen Musikern, die zum Umfeld der bedeutendsten Musikinstitutionen der französischen Monarchie gehörten. Wenngleich es sich bei ihm nicht um ein von der Musikgeschichte vergessenes Genie handelt, kann man »Mr. Dard« — wie er alle seine Partituren signierte — doch als einen Komponisten von besonderem Interesse betrachten. Am 11. Januar 1759 war die folgende Anzeige in der Pariser Presse zu lesen: »6 Sonaten für Fagott, komponiert von Mr. Dard und sehr nützlich für diejenigen, die dieses Instrument gut spielen möchten. Diese Sonaten gelten als einzigartig und können auch auf dem Violoncello gespielt werden.« Diese Werke stellen nicht nur in seinem persönlichen Schaffen sondern auch in der Literatur des 18. Jahrhunderts ganz allgemein sowie innerhalb des spezifischen Repertoires für Fagott eine Besonderheit dar. Dard benutzt das Fagott nach Art eines Belcanto-Operntenors und verwendet häufig, neben anderen Schwierigkeiten, das sehr hohe Register des Instruments, wie es bis dahin kein anderer Komponist getan hat und auch noch lange nach ihm keiner tun wird. Obgleich in der Tat ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in den Grifftabellen für Fagott zunehmend Fingersätze angegeben waren, die bis zum d'' und f'' reichten, so geht doch die Musik für dieses Instrument niemals über g' und a' hinaus, abgesehen von den rätselhaften sehr hohen Orchesterparts von Rameau — die trotz allem nicht so hoch hinaufgehen wie die Sonaten — und des berühmten b' in Mozarts Konzert. Der Gebrauch des sehr hohen Registers sollte sich erst sechzig Jahre später allmählich durchsetzen, nachdem unzählige Verbesserungen am Instrument vorgenommen worden waren. Der Fagottpart ist in seiner Melodiösität durch die Überfülle an Verzierungen sehr voll und lyrisch, wobei die Verbindung dieser überreichen Verzierungen mit dem galanten Stil eine einzigartige Wirkung hervorruft. Hinsichtlich ihrer Struktur sind die Sonaten eher traditionell. Dennoch sind die langsamen Sätze in ihrer Form bemerkenswert, denn sie sind in einem Zug und ohne Wiederholungen oder Dopplungen durchkomponiert und ähneln eher einem Arioso — das zu jener Zeit in Frankreich nicht gebräuchlich war. Trotz ihres unverkennbar französischen Charakters zeugen Dards Sonaten eindeutig von italienischem Einfluss. Sicher kannte er die Werke zahlreicher italienischer Komponisten, die damals in Frankreich zirkulierten. Antoine Dard verließ die musikalische Bühne von Paris auf ebenso diskrete Weise, wie er sie betreten hatte. Er hinterließ das Bild eines rechtschaffenen Mannes ohne Skandale, der alles andere als ein launenhafter Virtuose war, der er aufgrund seiner Fähigkeiten ohne Zweifel hätte sein können.



Ricardo Rapoport  RICARDO RAPOPORT studierte Fagott bei Noël Devos sowie auch Gitarre, Viola da gamba, Tonsatz, Komposition, Dirigieren und Architektur in seiner Geburtsstadt Rio de Janeiro. Nach seinen Studien wurde er vom Brasilianischen Sinfonieorchester engagiert. 1984 ging er nach Paris, um dort sein Spiel bei Maurice Allard am Conservatoire National Supérieur de Musique zu perfektionieren. Nachdem er den Premier Prix für Fagott erhalten und ein Aufbaustudium für Kammermusik bei Maurice Bourgue absolviert hatte, wurde ihm ein Stipendium des französischen Staates für das Programm »Advanced Studies in Music« am Banff Center in Kanada gewährt, wo er sich dem Barockfagott widmete. Neben seinen Aktivitäten als Kammermusiker und Solist spielt Ricardo Rapoport bei Konzerten und Aufnahmen mit verschiedenen Ensembles, wie Le Parlement de Musique, Les Musiciens du Louvre, La Petite Bande, Ensemble Baroque de Limoges, Ensemble Matheus, Le Concert Spirituel und anderen. Sein Interesse gilt auch der zeitgenössischen Musik, derer er sich in zahlreichen Uraufführungen angenommen hat. Ricardo Rapoport unterrichtet Fagott, Barockfagott und Kammermusik am Conservatoire National de Région in Rennes und wird regelmäßig zu Festivals und Meisterkursen in Europa und Brasilien eingeladen.

Pascal Dubreuil  Nachdem er mehrere Jahre Cembalo bei Yannick le Gaillard studiert hatte, erhielt PASCAL DUBREUIL den Premier Prix für Cembalo und Generalbass am Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris. Anschließend vervollständigte er seine Ausbildung auf zahlreichen Meisterkursen, unter anderem bei Kenneth Gilbert und im besonderen bei Gustav Leonhardt. Er studierte außerdem Orchesterdirigieren bei Nicolas Brochot. 1997 war er Preisträger beim Internationalen Wettbewerb in Brügge. Pascal Dubreuil spielt bei Konzerten und Aufnahmen in Frankreich und Europa als Solist und Kammermusiker auf dem Cembalo, aber auch auf dem Clavichord und dem Pianoforte, unter anderem mit dem Bratislavaer Barockorchester Musica Aeterna, mit Claire Michon, Patrick Ayrton, François Fernandez sowie Bruno Boterf, und als Generalbassspieler auf dem Cembalo oder der Orgel mit Vokalensembles wie dem Ensemble Vocal de l'Abbaye aux Dames de Saintes und Sagittarius. Er ist regelmäßig auf Festivals wie Printemps des Arts, Académies Musicales de Saintes, dem Festival Alter Musik in Barcelona oder dem Internationalen Festival in Bratislava zu hören. Er unterrichtet Cembalo und Kammermusik am Conservatoire National de Région in Rennes, wo er die Abteilung für Alte Musik leitet. Er wird regelmäßig als Jurymitglied und zu Meisterkursen in Frankreich und im Ausland eingeladen. Weiterhin ist er Ausbilder für Kammermusik und musikalische Rhetorik des Barock am Centre de Formation des Enseignants de la Danse et de la Musique in Poitiers.

Karine Sérafin, Sopran
François Nicolet, Traversflöte


Sonata I 1. Adagio   Sonata IV 14. Ciciliano Andante
C Major 2. Allegro   F Major 15. Allegro ma non tropo
  3. Minuette di tempo   16. Gavota 1 & 2
          17. Allegretto
Sonata II 4. Allegro      
G Major 5. Andante   Sonata V 18. Adagio
  6. Allegro Gratiozo   D Minor 19. Allegro
  7. Allegro tempo di molto     20. Arietta
        21. Allegro
Chanson 8. La Coquette        
        Ariette 22. La Coquette
Sonata III 9. Adagio        
C Minor 10. Allegro ma non tropo   Sonata VI 23. Andante
  11. Andante   A Minor 24. Allegro
  12. Allegro     25. Aria gratiozo
          26. Minuetto di tempo
Musette
13. Cher Tircis        
en rondeau       Parodie 27. Rends-moi ton cœur