RAMÉE KATALOG NÄCHSTE VERÖFFENTLICHUNGEN PRESSE LINKS KONTAKT

Hans Leo & Jacob HASSLER, Ich gieng einmal spatieren Hassler, Ich gieng einmal spatieren

Hans Leo und Jacob Hassler wurden als Söhne des Organisten Isaak Hassler in Nürnberg geboren und haben ihren ersten musikalischen Unterricht beim Vater erhalten. Sie gingen beide zum Studium nach Italien, von Hans Leo wissen wir, dass er in Venedig Schüler von Andrea Gabrieli war. Nach ihrer Rückkehr waren sie in den Diensten der Fugger in Augsburg. Hans Leo wurde später in Dresden Kapellmeister beim sächsischen Kurfürst Christian II., und Jacob wurde an die Hofmusikkapelle Kaiser Rudolfs II. in Prag bestellt.
Die vorliegende Aufnahme präsentiert sechs der erhaltenen Clavierwerke von Jacob Hassler sowie Hans Leo Hasslers Variationen über Ich gieng einmal spatieren — ein in jeder Hinsicht außergewöhnliches Werk, das in Umfang und Komplexität an Bachs Goldbergvariationen heranreicht.
Die Fugger besaßen mehrere von Franciscus Patavinus gebaute Cembali. Sie waren überaus prächtig ausgestattet, kunstvoll bemalt, mit Elfenbein und Gold verziert und besaßen einen großen Ton. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Hans Leo und Jacob Hassler diese Instrumente gespielt haben, als sie in den Diensten der Fugger in Augsburg standen. Für die vorliegende Aufnahme wurde deshalb ein Cembalo von Franciscus Patavinus gewählt, das sich seit 1910 im Besitz des Deutschen Museums in München befindet und welches einem der im Inventar der Familie Fugger aufgelisteten Instrumente in hohem Maße ähnelt. Eventuell könnte es sich sogar um dasselbe Instrument handeln: Das Vorsatzbrett trug laut den Erwerbsunterlagen die Signatur »Francisci Patavini Dicti Ongaro, 1561«. Damit zählt es zu den wenigen aus dem 16. Jahrhundert erhaltenen Cembali. Das wunderbare Instrument ist weitgehend original erhalten.



Léon Berben  LÉON BERBEN wurde 1970 in Heerlen, Niederlande geboren. Er studierte Orgel und Cembalo in Den Haag und Amsterdam bei Ton Koopman, Bob van Asperen, Rienk Jiskoot und Gustav Leonhardt. Seit März 2000 ist er Solo- und Continuocembalist des Ensembles Musica Antiqua Köln (Reinhard Goebel), mit dem er in ganz Europa, Nord- und Südamerika und in Asien konzertiert. Bevor er Mitglied von Musica Antiqua Köln wurde, spielte er u.a. beim Amsterdam Baroque Orchestra, beim Freiburger Barockorchester und bei Musica ad Rhenum. Er gibt Solokonzerte auf dem Cembalo und auf vornehmlich historischen Orgeln. Mit Musica Antiqua Köln hat er mehrere CDs bei Deutsche Grammophon / Archiv eingespielt. Seine Solo-Aufnahmen wurden mehrfach ausgezeichnet, u.a. von Le Monde de la Musique, Diapason und der Deutschen Schallplattenkritik (Vierteljahrespreis 2004).

www.leonberben.org


Jacob HASSLER 1. Toccata di quarto tono
  2. Ricercar
  3. Ricercar del primo tuono
  4. Fantasia noni toni
  5. Canzon
  6. Fuga septimi toni
     
Hans Leo HASSLER 7. Variations on Ich gieng einmal spatieren